SICHERHEIT
Sicherheit macht den Kopf frei für Flow, Geschwindigkeit und pures Gleitgefühl.
Im Surfski zeigt sich schnell: Sicherheit gibt dir Rückenwind.
Sicherheitsausrüstung
Persönliche Schwimmweste (PFD):
Typ: Low‑Profile/Paddling‑PFDs bieten Bewegungsfreiheit und ausreichenden Auftrieb.
Sie muss einerseits enganliegend und darf nicht hochrutschen; Trotzdem sollte der Brustbereich genügend frei sein für Atembewegung.
Zusatzausstattung
Ein mobiles Telefon sowie eine Notpfeife muss immer in griffnähe mitgeführt werden. Funk oder Signalgeräte sind ebenfalls geeignete Tools für die Alarmierung bei Schwierigkeiten auf offener See. HF‑Handfunkgerät (wasserdicht) oder UKW‑Funk für Küstenbereiche.
Tipp:
Bei Downwind Session verliert man schnell den Überblick, wo sich die anderen Mitpaddler befinden. Daher unbedingt vor dem Start die Route definieren und allenfalls Punkte festsetzen, wo man sich während dem Downwind trifft. Auch die Standort-Freigabe z.B. via WhattsApp für die Dauer der Session kann hilfreich sein, sollte man sich tatsächlich aus den Augen verlieren.
Selbstrettung & Manöver
Grundsätzlich
Ruhig bleiben, Situation einschätzen, Boot stabilisieren.
Boot‑Technik (Re‑Entry) bei Kenterung
1 Eine Welle hat dich auf offenem Meer so stark erwischt, dass du jetzt im Wasser liegst. Die ersten Sekunden sind entscheidend, dass du sowohl das Boot, aber auch das Paddel ergreifen kannst.
2 Boot quer zur Welle bringen und so positionieren, dass die Windrichtung im Rücken liegt
3 Sollte sich das Leash falsch um das Bein gewickelt haben, dieses zuerst wieder befreien
4 Mit einer Hand sowohl das Paddel, wie auch die Fusschleife beim Steuerpedal am Boot zusammen festhalten. Mit der anderen Hand im Bereich der Sitzmulde die aussen gegenüberliegende Bottswand ergreifen
5 Atmung kontrollieren und ruhig bleiben - Situation einschätzen
Timing: Warten auf kleinere Wellen für Wiedereinstieg
6 Den Oberkörper anheben und übers Boot bringen, damit sich die Hüfte oberhalb der Wasserlinie befindet.
7 Körper-Position ausrichten und stabilisieren. Recovery-Pause einlegen, um geeignete Wellensituation für den nächsten Move abzuwarten
8 Den Oberkörper nochmals leicht anheben und gleichzeitig die Hüfte so rotieren, damit das Gesäss in der Sitzmulde zu liegen kommt. Die Beine bleiben noch ausserhalb des Bootes
9 Hier nochmals eine Pause einlegen, um sich zu stabilisieren und die Wellen zu beobachten
10 Sobald du einen geeignete Moment erkennst, kannst du das erste Bein platzieren. Bei sehr starken Wellengang empfiehlt es sich, das erste Bein direkt über das Boot auf der anderen Seite wieder ins Wasser zu legen. So bekommst du die höchste Stabilität, um dich zu erholen, vor allem wenn du das Einstiegsmanöver bereits schon mehrmals ohne Erfolg versucht hast. Bei moderatem Wellengang oder mit etwas Übung kannst du das erste Bein direkt im Boot platzieren.
11 Bevor du die Füsse (nacheinander) wieder auf der Steuerplatte platzierst, nutze den Moment, um den Puls herunterzubringen in dem du dich mit Wasser oder Snack stärkst und dich gleichzeit über deine Position orientierst. Halte Ausschau zu deinen Mitpaddler und gebe ein Zeichen, dass du wieder bereit bist.
Im Brandungsbereich verhält es sich anders
Entferne das Leash frühzeitig vom Bein, bevor du die Brandungszone erreichst, um Kollisionen mit dem eigenen Boot zu vermeiden und dich bei einem Sturz in der brechenden Welle sofort vom Boot lösen zu können. Dies gilt sowohl beim Einwassern als auch beim Anlanden
Tipp: Regelmässiges Üben in geschütztem Gewässer, schrittweises Vorgehen (Trockenübung → flacher Bereich → offene See).
Wetter, Wind & Wasserbedingungen
Wettervorhersage
Nutze spezialisierte Dienste (Wind, Wellen, Strömung). Beachte kurzfristige Änderungen.
Windstärke & Bedeutung
Leicht (0–10 kn): Geringe Einflussnahme.
Mässig (10–20 kn): Aufwinden, längere Wellen möglich — erhöhte Anforderung.
Stark (20-40 kn): Anspruchsvoll, nur für erfahrene Paddler.
See‑ vs. Küstenbedingungen
Gezeiten, Brandung, Rippströmungen und lokale Tidenströme beachten.
Wellenverhalten: Brechende Wellen, stehende Wellen und deren Gefahr bei Annäherung an Küste oder Untiefen.
Sicherheitsparameter festlegen: Maximale Windstärke, Wellenhöhe und Distanz zur Küste für deine persönliche Grenze.
Routenplanung & Notfallpläne
Vorabplanung
Distanz, Anlande Möglichkeiten, Ausstiegsstellen, Zeitreserve
Karten & GPS
Offline‑Karten, Waypoints für sichere Anlandung und Notfallpunkte.
Check‑in/Check‑out‑Prozedur
Jemanden informieren (Start-Zeit, Route, geplante Rückkehr), Rückrufintervalle definieren.
Rettungsmöglichkeiten
Nächste Häfen, Strände mit Rettungsposten, Bootsverkehr beachten. Notfallnummer von Küstenwache auf Mobiltelefon speichern.
Verhalten in Extremsituationen
Dunkelheit
Nur mit Beleuchtung und Erfahrung hinausfahren.
Sturm & starke Winde
Kurs halten, Kurs verkürzen, möglichst nahe an Land manövrieren, Notausgangsroute kennen.
Gewitter
Sofort anlanden; Wasserflächen bei Gewitter meiden (Blitzgefahr).
Nebel
Bei dichtem Nebel (Sichtweite unter 50 m) in Sichtkontakt zur Uferzone bleiben (See).
Auf offenem Meer ist von einer Tour bei sehr dichtem Nebel abzuraten.
Kälte & Unterkühlung
So schnell wie möglich anlanden oder Hilfe anfordern. Schnelles Wechseln in warme Kleidung.