Erlebnisbericht AllwaveCup   10.06.2015 bis 14.06.2015

Christoph Styger  11.07.2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das türkisblaue Wasser lockte uns!

 

Nach rund zehn Stunden Autofahrt von Zürich in die Toscana, setzten wir unsere zwei Surfskis auf das Wasser und zogen erste Runden vor dem Strand von Talamone.

Unser Entschluss am Surfski World Cup, AllwaveCup 2015 teilzunehmen, viel schon früh im Jahr. Bereits das zweite mal fand dieses Surfski- und Outriggerrennen der World Surfskiserie in der Toscana. Stefan und ich wollten die Gelegenheit nutzen fünf Tage mit einigen der besten Paddlern auf dem Wasser zu verbringen.

Ein grosser Teil des Argentario Campings in Albinia war für die Teilnehmer des Contests reserviert.

Wir bezogen unser unter Pinien verstecktes Bungalow. Erste Kontakte waren schnell geschlossen und es stellte sich heraus, dass einige eine weit längere Anreise hinter sich hatten wie wir.

Surfski- und Outriggerpaddler waren aus Hawaii, Südafrika, Russland, Spanien, Deutschland und weiteren Ländern, vertreten. So verging der erste Tag sehr schnell und abwechslungsreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach ein paar Kaffees und Cornettis, drehten wir am zweiten Tag unsere Paddelrunden auf praktisch wellenlosem Meer. Der Himmel tief blau, die Stimmung entsprechend ausgelassen. Stefan und ich hatten viel Spass mit unseren Epic V10L, die wir aus der Schweiz mitgenommen hatten. Es konnten vor Ort Surfskis der Marken Think und Allwave getestet und gemietet werden.

Mit Micky Mcdonald von Think Europe hatten wir sehr guten Kontakt und wir testeten seine Kajaks ausgiebig.

Ich nutzte die Gelegenheit und kaufte bei ihm ein neues Think Paddel und eine seiner Surfskiwesten.

Stefan und ich hatten uns bereits im Vorfeld für die von Sean Rice angebotene Surfski Clinic angemeldet.

Ein Techniktraining mit einem der zurzeit weltbesten Surfskifahrern, wollten wir nicht verpassen. Wir konnten viel von seinen Erfahrungen profitieren und wurden auch in unserem bereits angeeigneten Können bestärkt.

Die Trainings fanden jeweils Nachmittags statt, wo meist der Wind und die Wellen an Stärke zulegten.

Zum Abschluss des zweiten Tages erhielten wir dann umfassende Informationen über die Ausführung des Rennens. Es sollte aufgrund der besten Wind- und Wellenbedingungen am Samstagnachmittag statt finden.

Im Wissen noch einen zusätzlichen Tag zur Einstimmung zur Verfügung zu haben, zogen wir uns spätabends in unser Bungalow zurück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Freitagmorgen  schlenderten wir zu unserem Kaffee und stellten dabei fest, dass der Himmel mit Wolken bedeckt war. Einige Regentropfen fielen während wir bereits beim zweiten Kaffee angelangt waren und den Tag planten. Am Morgen testeten wir einige Kajaks und ich entschied mich, dass Rennen vom Samstag mit einem etwas stabileren Boot zu bewältigen. Das Think Evo II hat mich beim Testen überzeugt. Sein stabiles, aber dennoch agiles verhalten beeindruckten mich. Auch wenn es ein wenig langsamer sein würde, war ich überzeugt besser unterwegs zu sein als mit meinem schnelleren aber auch kippligeren Epic V10L. Stefan, der schon etwas Erfahrener ist, entschied sich  mit seinem Epic zu fahren.

Nach einer Siesta holten wir unsere Startnummern. Meine die Nr. 91 und Stefans Nr. 23 sollten uns entlang der spektakulären Küste Grossetos begleiten.

Das Rennen über 21.9 Km würde am Samstag um 11 Uhr am Strand in unserem Camping Argentario gestartet.

Am schönen Naturstrand von Marina Di Alberese würde das Rennen beendet.

Alle Teilnehmer freuten sich auf das bevorstehende Rennen. Ein kurzes Hallo da, ein Wie geht es Dir, dort.

Die Stimmung war locker und es war spannend die Energie der Surfski- und Outriggerszene zu spüren. Die lockere Umgangsformen der FotiBros aus Hawaii, die sympathische Begegnung mit Sean Rice aus Südafrika, die fachlich kompetenten Gespräche mit Micky Mcdonald aus Kanada und die lachenden Gesichter der Italiener und Spanier.

All diese Begegnungen waren es bereits wert die Reise in die Toscana angetreten zu haben.

In einer schönen Strandlounge verbrachten  wir dann die frühen Abendstunden und genossen danach die italienische Küche in einem der Lokale an diesem Küstenabschnitt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Samstag an dem das Rennen stattfand, startete wie bisher im Kaffee des Campings. Erstaunlich viele der Teilnehmer waren trotz langer Nacht früh auf den Beinen. Das Rennen sollte um 11 Uhr starten.

Überall waren die Paddler in Vorbereitungsarbeiten anzutreffen. Trockene Kleidung musste für die Zielankunft bereit gestellt werden. Surfskis und Outrigger wurden das letzte Mal auf Ihre Einstellungen geprüft.

Die Spannung stieg von Minute zu Minute.

Im letzten Moment entschied die Jury den Rennstart auf 14 Uhr zu verschieben und so zogen wir uns zur Siesta in unser Bungalow zurück. Um 13:15 Uhr war es dann soweit. Mit unseren Surfskis auf den Schultern begaben wir uns an den Strandabschnitt wo der Start erfolgen sollte.

Bereits lagerten Boote an Boote und die ersten Warm up Sessions auf dem Wasser waren im Gange.

Wir mussten jedoch zuerst noch unsere GPS Geräte abholen. Mit Hilfe dieser Geräte konnte jeder Teilnehmer jederzeit geortet werden. Die Zeit wurde damit gemessen und falls jemand in Notlage geraten würde, konnte damit Hilfe per SOS angefordert werden. Das Wetter zeigte sich von der bewölkten Seite. Der Wellengang war kurzwellig und speziell im Strandbereich sehr unruhig. Weiter draussen auf dem Meer sollte uns der Swell mit Richtung NNO ein paar schöne Surfsessions in Richtung Ziel bereit halten.

Um 13:50 stellten sich alle Teilnehmer im Wasser auf. Der Wasserstart auf einer Linie erfolgte Punkt 14:00 Uhr.

Mit voller Kraft paddelten alle los!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Wasser spritze auf alle Seiten und wurde durch die vielen Bewegungen noch unruhiger. Gut, wer vorne weg paddeln konnte. Während Stefan einen Start im vorderen Feld erwischte, kämpfte ich mich im mittleren Feld von Welle zu Welle. Ab und zu ging der eine oder andere wegen der kippligen Verhältnisse unfreiwillig baden.

Trotzdem fanden dann alle ihren Platz und paddelten kräftig Richtung der ersten roten Boje. Diese war nach rund

7 Km zu passieren. Stefan hatte ich bereits von Beginn weg aus den Augen verloren und ich hoffte, dass er gut und zügig unterwegs war. Ich konnte mich im Mittelfeld der gesamten Teilnehmer einreihen und passierte die erste Boje gemeinsam mit drei Outriggerpaddlern.  Danach änderte sich die Fahrtrichtung entlang der Küste und man konnte etwas mehr von den immer höher werdenden Wellen profitieren. Leider verlief der Swell in etwas 30° zu unserer Zielrichtung und so musste man dauernd aufpassen nicht zu weit von der Ideallinie weg zu driften.

Die Abstände wurden zwischen den Paddlern immer grösser und grösser. Und so konnte ich, während ich ununterbrochen paddelte, diesen schönen Küstenabschnitt geniessen. Ab und zu preschte das Motorboot der Allwaveorganisation vorbei um zu kontrollieren, ob alle Teilnehmer ok wären.

Irgendwann tauchte weit vor mir die Zielregion auf. Rechts von mir hörte ich wie die Brandung lauter und lauter wurde. Inzwischen paddelte ich parallel zu dem in ca. 100m entfernten Strand. Mein Körper wurde langsam müde und dann erblickte ich endlich die letzte rote Boje. Nach dieser Boje würde ich dann Richtung Strand abbiegen dürfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschafft, doch nun sah ich erst wie hoch die Brandungswellen waren. Noch einmal war volle Konzentration gefragt. Die Welle erfasste mich mit meinem Surfski und ich surfte mit hoher Geschwindigkeit Richtung Strand.

Schon bald konnte ich meine Füsse auf den Sand setzen und schnell den Surfski auf den Strand ziehen.

Wow, geschafft! Stefan erwartete mich bereits und wir freuten uns gemeinsam über das schöne Erlebnis.

Der Strand war gut besucht. Viele Teilnehmer waren bereits vor mir angekommen und fortlaufend kamen immer noch neue Rennläufer an den Strand gesurft. Bis der letzte im Ziel ankam verging dann noch einige Zeit, während dessen wir bereits unser Surfskis für die Rückreise zum Camping bereit machten.

 

Der Rest unseres Toscanaabenteuer ist schnell erzählt. Die Siegerehrung mit anschliessendem Ausklang fand spät abends statt und am nächsten Tag traten die meisten wieder die Rückreise in Ihre Heimat an.

 

Wir hatten eine tolle Zeit gemeinsam in der Toscana und konnten viel auf dem Meer paddeln.

Es war bestimmt nicht unsere letzte Teilnahme an einem Surfskirennen auf dem Meer.

 

 

Christoph

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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